• Natur und Outdoor
  • Hoher Ifen im Allgäu - Routen, Sicherheit und Gottesackerplateau

Hoher Ifen im Allgäu - Routen, Sicherheit und Gottesackerplateau

Marco Ackermann • 11. Oktober 2026
Wanderin auf steinigem Pfad zum Hohen Ifen. Die Landschaft ist felsig und karg, mit vereinzelten Büschen und Gräsern.

Inhaltsverzeichnis

Wer im Allgäu eine Bergtour mit markanter Felskulisse und echter alpiner Atmosphäre sucht, findet am Hohen Ifen ein ungewöhnlich vielseitiges Ziel. Der rund 2.230 Meter hohe Gipfel liegt an der Grenze zwischen Bayern und Vorarlberg und verbindet aussichtsreiche Wege mit einer beeindruckenden Karstlandschaft. Ich zeige, welche Route zu welchem Anspruch passt, wie die Tour sinnvoll geplant wird und warum das benachbarte Gottesackerplateau besonderen Schutz verdient.

Die wichtigsten Fakten für deine Tour am Hohen Ifen

  • Lage: Grenzberg zwischen dem Allgäu und dem Kleinwalsertal
  • Höhe: etwa 2.230 Meter
  • Gipfeltour: rund 13,9 Kilometer, 6,5 Stunden und 914 Höhenmeter
  • Anspruch: alpine Bergtour für erfahrene Wanderer mit Trittsicherheit
  • Besonderheit: markante Kalkwände und das geschützte Gottesackerplateau

Wanderin auf steinigem Pfad zum Hohen Ifen. Die Landschaft ist felsig, mit trockener Vegetation und einem imposanten Berg im Hintergrund.

Was den Hohen Ifen so besonders macht

Der Hohe Ifen gehört zu den auffälligsten Bergen der Allgäuer Alpen. Seine helle, fast waagerecht wirkende Felsplatte hebt sich deutlich von den runderen Grasbergen der Umgebung ab. Auf dem Gipfel treffen die Grenzen von Deutschland und Österreich aufeinander, während der Berg selbst vor allem von der österreichischen Seite des Kleinwalsertals aus erwandert wird.

Sein Charakter entsteht durch den harten Schrattenkalk, einen Kalkstein aus der Kreidezeit. Wasser konnte über Jahrtausende Spalten und Rinnen in das Gestein waschen. Dadurch entstand eine typische Karstlandschaft mit kargen Felsflächen, Dolinen und unterirdischen Höhlensystemen.

Für mich liegt der Reiz nicht allein im Gipfelblick. Viel eindrucksvoller ist der Wechsel zwischen grünen Alpflächen, grobem Geröll und den steilen Ifenwänden. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über das Kleinwalsertal und die Gipfel des Allgäus, bei Nebel wirkt das Plateau dagegen schnell rau und schwer einschätzbar.

Welche Wanderung am Ifen zu dir passt

Rund um den Berg gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Der Gipfelweg ist kein gemütlicher Spaziergang, während das Hahnenköpfle eine gute Alternative für Wanderer ist, die das Panorama erleben möchten, ohne den gesamten Gipfelanstieg zu gehen.

Tour Distanz und Zeit Anspruch Für wen geeignet
Hahnenköpfle ca. 6 km, 3,5 Stunden, 500 Höhenmeter mittel Geübte Wanderer, die eine kürzere Bergtour bevorzugen
Hoher-Ifen-Runde ca. 13,9 km, 6,5 Stunden, 914 Höhenmeter schwer Erfahrene Bergsteiger mit guter Kondition
Gottesackerplateau ca. 13,1 km, 6,5 Stunden, 949 Höhenmeter mittel Wanderer mit Ausdauer und sicherem Tritt im Karstgelände

Die Gipfelrunde

Die anspruchsvolle Rundtour startet an der Talstation der Ifenbahn. Mit der Bergbahn lässt sich der Zustieg verkürzen, alternativ kommen vom Tal aus etwa 300 zusätzliche Höhenmeter bis zur Mittelstation hinzu. Von der Ifenhütte führt der Weg durch die Ifenmulde, über steiler werdendes Gelände und ein grobes Geröllfeld bis an die markante Felswand.

Die letzten Abschnitte verlangen Konzentration. Der Weg ist zwar markiert, aber ausgesetzte Stellen, loses Gestein und wechselnde Wetterverhältnisse machen die Tour für Familien mit kleinen Kindern oder ungeübte Geher ungeeignet. Ich würde diese Runde nur wählen, wenn mehrere Stunden Bergauf- und Bergabgehen problemlos möglich sind.

Das Hahnenköpfle als ruhigere Alternative

Wer nicht zwingend auf den höchsten Punkt muss, findet im Hahnenköpfle ein lohnendes Ziel mit starkem Blick auf die Nordwände des Ifen. Die Tour ist kürzer und technisch einfacher, bleibt aber eine Bergwanderung mit deutlichem Höhenunterschied. Gerade für einen ersten Besuch halte ich sie für eine kluge Wahl, wenn die Wetterprognose unsicher ist oder die Kondition nicht für die große Runde reicht.

So planst du die Tour sicher und entspannt

Der wichtigste Planungsfehler ist, die Strecke anhand der Kilometerzahl zu beurteilen. Fast 1.000 Höhenmeter, Geröll und alpine Wetterwechsel machen die Tour deutlich anstrengender als ein gleich langer Weg im Tal. Plane für die große Runde mindestens einen halben Tag ein und rechne zusätzliche Zeit für Pausen, Orientierung und Fotostopps ein.

Die Ifenbahn kann den Aufstieg verkürzen, fährt aber saisonabhängig. Betriebszeiten, Wartungen und wetterbedingte Ausfälle ändern sich; deshalb sollte der aktuelle Status am Tourtag geprüft werden. Wenn die Bahn nicht fährt, verlängert sich die Tour spürbar, und die Reserven für den Rückweg werden wichtiger.

Diese Ausrüstung gehört in den Rucksack

  • stabile Wanderschuhe mit griffiger Sohle
  • warme Zusatzschicht und winddichte Jacke
  • mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Person
  • kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung und geladenes Mobiltelefon
  • Offline-Karte oder klassische Wanderkarte
  • Sonnen- und Regenschutz, auch bei zunächst blauem Himmel

Stöcke können auf dem Geröllfeld und beim Abstieg helfen, ersetzen aber keine Trittsicherheit. Bei Gewitter, dichter Bewölkung oder starkem Wind würde ich den Gipfel auslassen. Auf dem offenen Plateau gibt es nur wenig Schutz, und nasser Kalk kann unangenehm rutschig werden.

Der beste Zeitpunkt

Für eine schneefreie Gipfeltour eignen sich meist die Sommer- und frühen Herbstmonate, wobei Schneefelder bis weit in den Frühsommer möglich sind. Im Herbst wird es früh dunkel, und im Frühjahr können winterliche Verhältnisse herrschen. Eine Sommerroute darf deshalb nicht automatisch als sichere Winterwanderung verstanden werden.

Warum das Gottesackerplateau mehr als eine schöne Kulisse ist

Nordöstlich des Gipfels beginnt das Gottesackerplateau, eine der eindrucksvollsten Karstlandschaften der Region. Der Name passt zur ungewöhnlichen Oberfläche aus hellen Kalkplatten, Rissen und verwitterten Felsformen. Wasser versickert hier teilweise sofort im Untergrund, weshalb die Landschaft trotz feuchter Bergluft trocken und fast unwirtlich wirken kann.

Das Gebiet ist ökologisch besonders wertvoll und grenzüberschreitend geschützt. Auf deutscher Seite umfasst das entsprechende FFH-Gebiet rund 2.453 Hektar. Seltene alpine Pflanzen, Feuchtflächen und empfindliche Lebensräume machen deutlich, warum Abkürzungen quer über das Plateau keine gute Idee sind.

Höhlen wie das Hölloch zeigen, wie weit die unterirdische Welt reicht. Sie sollten allerdings nicht auf eigene Faust betreten werden. Ohne Erfahrung, passende Ausrüstung und lokale Führung werden Orientierung, Steinschlag und plötzlich ansteigendes Wasser schnell unterschätzt.

Lesen Sie auch: Wandern Cochem - Dein Guide für Mosel, Burgen & Weinberge

Rücksicht auf Natur und Tiere

Auf den markierten Wegen zu bleiben, ist hier nicht bloß eine Frage des guten Benehmens. Es schützt die dünne Vegetation und verhindert, dass Wanderer Wildtiere in Rückzugsgebiete drängen. Hunde sollten entsprechend den örtlichen Hinweisen geführt werden, besonders in Bereichen mit Weidevieh oder ausgewiesenen Ruhezonen.

Ich empfehle außerdem, Pausen auf robusten Flächen einzulegen und keine Pflanzen, Steine oder Fossilien mitzunehmen. Gerade eine Landschaft, die so karg aussieht, regeneriert sich oft nur sehr langsam.

Was vom Hohen Ifen wirklich bleibt

Der Berg eignet sich sowohl für ambitionierte Gipfelwanderer als auch für Besucher, die sich schrittweise an alpine Höhen herantasten möchten. Die beste Entscheidung ist nicht automatisch die längste Route, sondern diejenige, die zu Kondition, Wetter und Erfahrung passt.

Wer die große Runde plant, sollte früh starten, die Bahn nicht als feste Garantie einrechnen und den Rückweg ebenso ernst nehmen wie den Aufstieg. Wer dagegen das Hahnenköpfle oder das Gottesackerplateau wählt, erlebt bereits die prägende Landschaft des Ifenmassivs, ohne den Gipfel um jeden Preis erzwingen zu müssen.

Mein persönlicher Rat lautet deshalb, den Hohen Ifen nicht als reinen Fotopunkt zu behandeln. Nimm dir Zeit für die Geologie, die offenen Weideflächen und die ungewöhnliche Stille des Plateaus. Genau diese Mischung aus Abenteuer und empfindlicher Natur macht den Berg zu einem der stärksten Outdoor-Ziele im Allgäu.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das Hahnenköpfle ist mit etwa 6 Kilometern, 3,5 Stunden und 500 Höhenmetern die kürzere Alternative. Die Hoher-Ifen-Runde umfasst rund 13,9 Kilometer, 6,5 Stunden und 914 Höhenmeter und richtet sich an erfahrene Bergsteiger mit guter Kondition und sicherem Tritt.

In den Rucksack gehören stabile Wanderschuhe mit griffiger Sohle, eine warme Zusatzschicht, eine winddichte Jacke, 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Person, Erste-Hilfe-Ausrüstung, ein geladenes Mobiltelefon und eine Offline- oder Wanderkarte. Sonnen- und Regenschutz sind auch bei gutem Wetter sinnvoll.

Fast 1.000 Höhenmeter, Geröll, ausgesetzte Stellen und wechselndes Wetter machen die Gipfelrunde deutlich anspruchsvoller als die Kilometerzahl vermuten lässt. Bei Gewitter, dichter Bewölkung oder starkem Wind sollte der Gipfel ausgelassen werden, da das offene Plateau wenig Schutz bietet.

Das Gottesackerplateau ist eine empfindliche, grenzüberschreitend geschützte Karstlandschaft mit seltenen Pflanzen, Feuchtflächen und sensiblen Lebensräumen. Wer auf den markierten Wegen bleibt, schützt die dünne Vegetation und verhindert, dass Wildtiere in Rückzugsgebiete gedrängt werden.

Artikel bewerten

Bewertung: 4.25 Stimmenanzahl: 4

Tags

hoher ifen
bergwandern
gottesackerplateau
karstlandschaft
Autor Marco Ackermann
Marco Ackermann
Ich bin Marco Ackermann und bringe fünf Jahre Erfahrung in der Erkundung und dem Schreiben über Reiseziele, Natur und Kulinarik in Deutschland mit. Meine Leidenschaft für das Reisen und die Entdeckung neuer Geschmäcker hat mich dazu inspiriert, meine Erlebnisse und Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Ich liebe es, die versteckten Schätze unseres Landes zu entdecken, sei es in den malerischen Landschaften oder in den vielfältigen kulinarischen Angeboten. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, nützliche und verständliche Informationen zu liefern, die sowohl Einheimischen als auch Reisenden helfen, die Schönheit Deutschlands zu entdecken. Dabei lege ich großen Wert auf die Überprüfung meiner Quellen und darauf, aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich Reisen und Kulinarik zu verfolgen. Mein Ziel ist es, komplexe Themen einfach und klar zu erklären, damit jeder die Freude am Entdecken und Genießen teilen kann.

Beitrag teilen

Kommentar schreiben