Wer an Rügens Nordspitze unterwegs ist, bekommt weit mehr als einen schönen Blick auf die Ostsee. Kap Arkona verbindet markante Kreideküste, drei historische Türme, slawische Geschichte und das Fischerdorf Vitt zu einem Ausflug, der sich gut planen lässt. Ich zeige dir, welche Sehenswürdigkeiten wirklich lohnenswert sind, wie du hinkommst, mit welchen Kosten du rechnen solltest und worauf du an der Steilküste achten musst.
Die wichtigsten Informationen für deinen Ausflug
- Autofreies Areal: Das Auto bleibt auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz in Putgarten.
- Entfernung: Bis zu den Leuchttürmen sind es zu Fuß etwa 2 bis 2,5 Kilometer.
- Höhepunkt: Der 35 Meter hohe Leuchtturm bietet bei klarer Sicht einen weiten Blick über Rügen und die Ostsee.
- Geschichte: Burgwall, Bunker und Peilturm erzählen von slawischer, militärischer und maritimer Vergangenheit.
- Schönste Runde: Die Verbindung aus Türmen, Vitt und Hochuferweg dauert mit Pausen ungefähr drei Stunden.

Warum sich die nördliche Spitze Rügens besonders lohnt
Die Landspitze bei Putgarten ist ein Flächendenkmal mit bis zu 46 Meter hoher Steilküste. Bei ruhigem Wetter wirkt die Landschaft fast friedlich, doch Wind, Wellen und Abbrüche verändern die Küstenlinie ständig. Genau diese Mischung aus Weite und rauer Natur macht den Ort für mich spannender als viele reine Aussichtspunkte an der Ostsee.
Das Gelände ist weitgehend autofrei. Dadurch bleibt der Blick auf Felder, Meer und Türme frei von dichtem Verkehr, gleichzeitig musst du den letzten Wegabschnitt zu Fuß, mit der Kap-Arkona-Bahn oder teilweise mit der Kutsche zurücklegen. Wer direkt bis zum Leuchtturm fahren möchte, wird enttäuscht sein, wer sich auf den Spaziergang einlässt, erlebt den Wechsel von ländlicher Landschaft zur offenen Küste deutlich intensiver.
Leuchttürme, Peilturm und verborgene Geschichte
Der Schinkelturm von 1826
Der kleinere, rechteckige Turm entstand nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel und wurde 1826 fertiggestellt. Er gehört zu den ältesten Leuchttürmen an der deutschen Ostseeküste. Heute ist er vor allem von außen zu sehen und wird unter anderem als Standesamt genutzt.
Das Leuchtfeuer mit Panoramablick
Der höhere Rundturm ist seit 1905 in Betrieb und etwa 35 Meter hoch. Über 164 Stufen gelangst du zur Aussichtsplattform. Bei klarer Sicht reicht der Blick über Wittow, Hiddensee und die Ostsee, teilweise sogar bis zur dänischen Insel Møn. Für mich ist dieser Aufstieg der beste Moment des Besuchs, weil man erst von oben versteht, wie offen und exponiert die Lage wirklich ist.
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Peilturm, Burgwall und Bunker
Der Peilturm wurde 1927 für den militärischen Seefunk gebaut und besitzt heute eine Aussichtsplattform mit Glaskuppel. Zusätzlich erinnern Ausstellungen an die maritime Nutzung des Geländes. In der Nähe liegen die Reste des slawischen Burgwalls der Jaromarsburg, die einst zu den bedeutendsten Kultstätten der Ranen auf Rügen gehörte.
Wer sich für jüngere Geschichte interessiert, sollte auch das Marineführungsbunkermuseum einplanen. Die Anlage stammt aus der Zeit der DDR-Volksmarine und zeigt, wie militärische Kommunikation und Navigation im Kalten Krieg funktionierten. Der Kontrast zwischen Ostseelandschaft und unterirdischer Militärgeschichte ist ungewöhnlich und macht den Besuch abwechslungsreicher.
So gelingt die Anreise ohne unnötigen Stress
Mit dem Auto fährst du bis Putgarten und stellst es dort auf dem zentralen Besucherparkplatz ab. Das Zentrum des Ausflugsgebiets beginnt erst dahinter. Vom Parkplatz sind es ungefähr 2 bis 2,5 Kilometer bis zu den Türmen, je nach gewähltem Weg.
| Variante | Umfang | Geeignet für |
|---|---|---|
| Zu Fuß | Etwa 30 bis 40 Minuten bis zu den Türmen | Spaziergänger, Fotografen und Familien mit größeren Kindern |
| Kap-Arkona-Bahn | Direkte Fahrt nach Arkona oder Vitt | Wenig Zeit, eingeschränkte Mobilität oder schlechtes Wetter |
| Bus | Verbindungen nach Putgarten, unter anderem aus Richtung Bergen und Sassnitz | Reisende ohne Auto |
| Fahrrad | Flexible Anreise bis in die Umgebung, einzelne Abschnitte zu Fuß | Aktive Urlauber und Gäste, die mehrere Orte verbinden möchten |
Die Bahn fährt in der Saison nach veröffentlichtem Fahrplan ab etwa 10 Uhr regelmäßig zu den Türmen und nach Vitt. Eine einfache Fahrt kostet derzeit ungefähr 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder; ein Kombiticket für beide Ziele liegt bei etwa 6 beziehungsweise 3 Euro. Ich würde die Bahn nicht automatisch als bequemste Lösung ansehen. Für den Hinweg ist sie praktisch, den Rückweg würde ich bei gutem Wetter aber zu Fuß über den Hochuferweg zurücklegen.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, sollte die Verbindung am selben Tag prüfen, weil Busfahrpläne saisonal und am Wochenende unterschiedlich ausfallen können. In der Hauptsaison lohnt sich eine frühe Anreise, denn der Parkplatz füllt sich besonders an sonnigen Tagen schnell.
Die schönste Route führt über Vitt
Die kurze Variante verläuft vom Parkplatz direkt zu den Türmen. Mehr Atmosphäre bietet jedoch die Runde über das Fischerdorf Vitt. Zwischen Vitt und den Leuchttürmen liegen etwa 1,2 Kilometer Hochuferweg. Mit dem Weg vom Parkplatz, Fotopausen und einem Abstecher zum Dorf ergibt sich eine Strecke von ungefähr 9 Kilometern und eine Gehzeit von rund drei Stunden.
Vitt liegt geschützt in einer Uferschlucht und besteht aus reetgedeckten Fischerhäusern. Besonders auffällig ist die achteckige Kapelle, die oberhalb des Dorfes steht. Ein Fischbrötchen am kleinen Hafen passt gut in die Tour, dennoch würde ich für eine längere Pause nicht ausschließlich auf die wenigen Angebote vor Ort setzen. Wasser und einen kleinen Snack mitzunehmen, ist die zuverlässigere Lösung.
Wenn du noch weitergehen möchtest, führt ein ausgeschilderter Weg in Richtung Gellort, der nördlichsten Landspitze Rügens. Dort liegt auch der große Findling Siebenschneiderstein. Der Abstecher lohnt sich vor allem bei klarer Sicht und kräftigem Wind, ist aber weniger geeignet, wenn du mit kleinen Kindern oder Kinderwagen unterwegs bist.
An der Steilküste gilt besondere Vorsicht. Bleibe auf den gesicherten Wegen und halte Abstand zur Abbruchkante. Der Boden kann nach Regen, Frost oder Sturm instabil sein, und auch scheinbar feste Vorsprünge bieten keinen sicheren Stand.
Kosten, Öffnungszeiten und sinnvolle Planung
Das Außengelände mit Küste, Burgwall und Wegen ist grundsätzlich frei zugänglich. Eintritt zahlst du vor allem für einzelne Türme und Ausstellungen. Die veröffentlichten Preise für 2026 liegen ungefähr in diesem Bereich:
| Attraktion | Preis für Erwachsene | Hinweis |
|---|---|---|
| Leuchtturm | Etwa 3 Euro | Saisonbetrieb, meist von April bis Oktober |
| Peilturm | Etwa 3 Euro | Ermäßigungen für Kinder und weitere Gruppen |
| Marineführungsbunker | Etwa 8 Euro | Familienkarten und ermäßigte Tickets erhältlich |
| Kap Arkona Card | Etwa 8 Euro | Kann mehrere Eintritte bündeln |
Öffnungszeiten und Preise können sich je nach Saison, Wetter und Veranstaltung ändern. Für einen entspannten Besuch plane ich mindestens vier Stunden ein, wenn Türme, Vitt und eine Pause dazugehören sollen. Wer nur fotografieren und die Aussicht genießen möchte, kommt auch mit zwei Stunden aus.
Ein häufiger Fehler ist, die Strecke zu unterschätzen. Bequeme Schuhe sind wichtiger als besonders schicke Kleidung, denn Wege können sandig, windig oder nach Regen rutschig sein. Eine winddichte Jacke gehört selbst im Sommer ins Gepäck, weil es an der offenen Küste deutlich kühler wirkt als im geschützten Inselinneren.
Für Familien mit kleinen Kindern ist die Kombination aus Bahn und kurzem Spaziergang meist angenehmer als die komplette Runde. Wanderer sollten dagegen die Bahn nur für eine Strecke nutzen und den Rückweg über Vitt wählen. So bleibt der Ausflug abwechslungsreich und fühlt sich nicht wie ein reiner Transfer zwischen Sehenswürdigkeiten an.
So wird aus dem Leuchtturmbesuch ein guter Rügentag
Mein idealer Ablauf beginnt am Vormittag in Putgarten. Von dort geht es zu Fuß zu den Türmen, anschließend über den Burgwall und den Peilturm weiter nach Vitt. Nach einer Pause am Hafen führt der Hochuferweg zurück in Richtung Arkona oder zur nächsten Bahnstation.
Wer mehr Zeit hat, kann den Besuch mit einem Abstecher nach Altenkirchen, Wiek oder an die Strände der Halbinsel Wittow verbinden. Das eigentliche Erlebnis bleibt jedoch die Verbindung aus offener Ostsee, bewegter Geschichte und rauer Küstenlandschaft. Genau deshalb gehört die nördliche Spitze für mich zu den Ausflugszielen auf Rügen, die man nicht nur schnell fotografieren, sondern in Ruhe erwandern sollte.
